Der Pferdebegleithund


Heutzutage besitzen viele Reiterinnen und Reiter auch Hunde. Deshalb kommt es oft vor, dass man Reitern begegnet, die Ihre Hunde auf Ausritten mitnehmen. Leider sind selten weder Pferd noch Hund für diese gemeinsamen Ausritte entsprechend ausgebildet.
Gerade in einer Zeit, wo einige Menschen durch die Hundeverordnungen/-gesetze sehr verunsichert sind, sollten wir uns als reitende Hundeführer vorbildlich verhalten.
Für jeden sollte es deshalb selbstverständlich sein, das man nur mit einem gut ausgebildeten, verkehrs- und geländesicheren Pferd und einem ebenso gut ausgebildeten Hund ins Gelände geht. Wir möchten doch alle den notwendigen Lebens- und Bewegungsraum für uns und unsere vierbeinigen Freunde erhalten.

Um aus unserem Hund einen Pferdebegleithund zu machen bedarf es viel Arbeit und Zeit.
Das sollte jedoch niemanden davon abhalten diese Ausbildung durchzuführen.

Welche Hunde eignen sich nun als Pferdebegleithund? Die Rasse ist eigentlich egal, der Hund sollte Gesund und Lauffreudig sein. Natürlich muss er auch körperlich in der Lage sein dem Pferd im Trab zu folgen. Die meisten besitzen schon einen Hund und da kommt es dann nur noch auf die Erziehung an, ob der Ausritt für alle Beteiligten entspannend und mit viel Freude verbunden ist.

Welche Pferde eignen sich? Hier gilt wiederum, die Rasse ist egal, das Pferd sollte Gesund, nicht zu Temperamentvoll, nicht aggressiv gegenüber Hunden und gut ausgebildet sein.

Die Ausbildung beider Tiere sollte erst einmal getrennt voneinander erfolgen. Die Gewöhnung aneinander kann parallel dazu beginnen. Wie man ein Pferd ausbildet ist den meisten Reitern bekannt. Bei der Hundeausbildung sieht das etwas anders aus, Sie wird leider oft vernachlässigt. Dabei ist man mit dem Hund den ganzen Tag zusammen.

Wer schon eine Begleithunde-Prüfung in einem Hundeverein abgelegt hat, bringt sicherlich die besten Voraussetzungen mit, Sie ist aber keine Pflicht.

Zur Grundausbildung des Hundes gehören die Kommandos Sitz, Platz, Fuß und Hier, diese sollten vom Hund ohne zögern ausgeführt werden können. Um das zu erreichen bedarf es liebevoller Konsequenz, viel Lob, einer artgerechten Hundehaltung und viel Geduld. Es kann schon einige Zeit dauern bis der Hund verstanden hat was man von Ihm möchte, also nicht verzweifeln sondern immer wieder üben, üben, üben. Werden die erlernten Kommandos befolgt, beginnt die sogenannte "Freifolge", das Führen des Hundes ohne Leine. Auch hier sollte der Hund ohne Probleme folgen.

Wird hierbei Hilfe benötigt, bieten einem die verschiedenen Hundevereine/-schulen sicherlich die Möglichkeit, mit gut ausgebildeten Trainern in Einzel- bzw. Gruppenunterricht den nötigen Grundgehorsam zu erlernen.

Eine gute Vorübung auf das Führen des Hundes am Pferd, ist das Training am Fahrrad. Hierzu sollte der Hund je nach Rasse mindestens 12 Monate alt sein, damit man Ihn nicht überfordert.
Dieses Training bietet einem die Möglichkeit die Ausdauer, die Verkehrssicherheit und die Position (rechts am Fahrrad) zu üben ohne das man gleich auf zwei Tiere achten muss.

Ist die Ausbildung beider Tiere so weit fortgeschritten, kann mit dem gemeinsamen Training begonnen werden. Anfangs benötigt man einen Helfer, der den Hund rechts neben dem Pferd führt während der Reiter die Kommandos vom Sattel aus gibt. Ist dem Hund diese Situation vertraut, nimmt der Reiter selbst die Leine in die Hand, der Helfer geht zur Sicherheit aber noch nebenher. Hat der Hund gelernt im Schritt freudig und an durchhängender Leine neben dem Pferd zu laufen, kann man zum Trab übergehen.

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Auch sollte der Hund lernen sich vom Sattel aus An- und Ableinen zu lassen. Er sollte das Kommando Platz unverzüglich aus der Bewegung und auf Entfernung befolgen und so lange Verharren bis der Reiter Ihn wieder abruft. Gemeinsam werden nach und nach auch Geländehindernisse wie z. B. ein umgestürzter Baum überwunden. Dies alles kann vorher auf einem dafür geeigneten Platz geübt werden und wenn man Spaß hat und sich selbst kontrollieren möchte, kann dann das ganze auch mit einer Pferdebegleithundeprüfung abgeschlossen werden.

Immer öfter werden auf Freizeitreittunieren auch Prüfungen für Hund und Pferd angeboten. Vielleicht haben Sie ja auch Spaß daran, Ihr Können mit anderen zu messen.

Bei dieser Ausbildung sollte man einen Zeitraum von ungefähr einem Jahr ins Auge fassen, was sich je nach Hund, Pferd und Reiter sicherlich auch unterschreiten aber auch überschreiten lässt. Nur nicht den Kopf hängen lassen!

Allen Reitern und Hundebesitzern viel Spaß und viel Erfolg!

Literatur zum Thema: Dieter Schulte-Wörmann, Mit Hund und Pferd unterwegs, Franck-Kosmos-Verlag 1996, ISBN 3-440-07055-7


Kirstin Niehaves
CP-Trainerin (Claus Penquitt-Trainerin)
www.pferde-hunde-und-mehr.de